1953 in Weyer/Österreich geboren
Studium an der Akademie der Bildenden Künste Wien bei Prof. Maximilian Melcher
1982 Umzug nach Köln
1997 Leitung der Klasse für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf
Lebt und arbeitet in Köln
WERKLISTE ANZINGER1953 in Weyer/Österreich geboren wurde als einer der führenden österreichischen Vertreter der Neuen Wilden international bekannt.
Mit großer Leichtigkeit und hintersinnigem Humor hat der Künstler ein umfangreiches malerisches, zeichnerisches und skulpturales Werk geschaffen.
Von 1971 bis 1977 studierte er an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Professor Maximilian Melcher, ehe er im Anschluss an sein Studium im Jahr 1981 in Köln seine zweite Heimat fand.
Zur selben Zeit wurde er an der Seite seiner österreichischen Künstlerkollegen Erwin Bohatsch, Herbert Brandl, Gunter Damisch, Alois Mosbacher, Thomas Reinhold, Hubert Scheibl und Hubert Schmalix zu einem der Protagonisten der sogenannten Neuen Wilden, der mit seiner Kunst bald internationale Aufmerksamkeit auf sich zog.
Getreu dem Leitbild dieser Bewegung wehrte sich auch Siegfried Anzinger gegen das allzu Ernste und Pathetische in der Kunst, bezeichnete seine frühen Werke sogar als »Schießbudenbilder«, da die von ihm gern genutzte Leimfarbe auch für diese kommerziellen Arbeiten zum Einsatz kam. Anzinger malt spontan, auch dreckig und schmutzig, aber immer mit großer Leichtigkeit, ohne konzeptuelles Korsett. Anzingers Bilder sind schmutzig, parodistisch, leichtfüßig.
Siegfried Anzinger hat neben seinem malerischen Werk auch ein umfassendes Oeuvre an Skulpturen und Zeichnungen geschaffen, wobei ihm bei Zeichnungen die klare Definition wichtig ist, während er bei seiner Malerei den Gesamtton im Auge hat. Tierdarstellungen, Madonnen, Szenen aus der Schöpfungsgeschichte und erotische Motive prägen das Werk des Künstlers, der seine Bilder oft in Serien malt und meist mehrere Werke zur gleichen Zeit in Arbeit hat.
Manchmal trägt der Künstler an die zwanzig Schichten auf, bis er mit einem Bild zufrieden ist – und wenn sich diese Zufriedenheit partout nicht einstellen will, dann beginnt er auch einmal ganz von vorn. Unverkennbar webt Siegfried Anzinger auch häufig einen parodistischen Unterton in seine Kunstwerke ein, zum Beispiel in seinem 2001 entstandenen Bild Erschaffung einer Ente, mit dem er den Schöpfungsmythos karikiert. In seinen jüngeren Arbeiten hat sich Siegfried Anzinger im Vergleich zur ausdrucksstarken Gestik seines bisherigen Werks mehr zurückgenommen; vermehrt formt er heute aus Linienresten und einzelnen Farbakzenten neue Figuren. Teilnahme an Documenta und Biennale di Venezia.
Siegfried Anzinger nahm an zahlreichen bedeutenden Ausstellungen teil, war 1982 auf der documenta 7 in Kassel zu sehen. Im Jahr 1988 vertrat er sein Heimatland Österreich auf der Biennale di Venezia. Für sein künstlerisches Werk erhielt Siegfried Anzinger Preise und Auszeichnungen, darunter im Jahr 1988 den Oskar Kokoschka-Preis des österreichischen Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung, im Jahr 1990 den Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst, im Jahr 2003 den Großen Österreichischen Staatspreis und im Jahr 2006 den Kulturpreis des Landes Oberösterreich.
1997 übernahm er eine Professur für Malerei an der Kunstakademie in Düsseldorf.